Eindrücke von einem Segeltörn mit dem „Männerverein“

Home > Erfahrungen > Eindrücke von einem Segeltörn mit dem „Männerverein“

Die Anzeige des MännerForums der evangelischen Kirchengemeinde in der örtlichen Zeitung über einen geplanten Segeltörn auf dem IJsselmeer (NL) weckte mein Interesse – denn ich war noch nie zuvor gesegelt. Ich meldete mich für diese fünftägige Segelreise an, und kurze Zeit später trafen sich die zwölf Teilnehmenden im Gemeindesaal der evangelischen Kirche zum gegenseitigen Kennenlernen. Nach der persönlichen Vorstellung und der Besprechung des Zeitplans wurden alle Fragen im Detail geklärt – etwa zur Verpflegung oder zur Reinigung der sanitären Anlagen. Auch die Teams wurden eingeteilt, inklusive der Fahrgemeinschaften für die An- und Abreise nach Stavoren (NL).

In Stavoren am IJsselmeer angekommen, sah ich die Medusa zum ersten Mal im Wasser liegen – beeindruckend ruhig an der Pier. Die Crew der Medusa bestand aus dem Skipper und seinem Maat. Nach dem Einchecken und dem Beziehen der Doppelkabinen erklärte man uns das Schiff und die Takelage, und bald darauf verließen wir den Hafen.

Auf dem IJsselmeer setzten wir die Segel. Da nur wenige von uns Segelerfahrung hatten, war es nicht schlimm, wenn wir zunächst nicht wussten, was Fock, Vorsegel oder Großsegel waren. Je nach Windstärke wurden die Segel mit unterschiedlich farbigen Leinen – per Muskelkraft, Talje oder Winsch – in Position gebracht. Das war durchaus aufregend: Unter dem Klüverbaum war nur ein Netz gespannt, darunter das offene Wasser – und beim Wenden schwang der Klüver mit großer Geschwindigkeit und Kraft von einer Seite des Schiffes zur anderen.

Für uns als Laiencrew war es eine echte Herausforderung, bei den verschiedenen Manövern die richtigen Leinen zu lösen oder die geblähten Segel mit bestimmten Knoten und Techniken wieder zu sichern. Immer wieder wechselten die Teilnehmenden die Aufgaben, sodass wir die Fachbegriffe und Kommandos nach und nach lernten.
Ohne die Unterstützung des Skippers und des Maats wäre das jedoch kaum möglich gewesen.

Ein ganz besonderes Erlebnis für mich war der Törn von der Nordseeinsel Terschelling durch die Schleuse ins IJsselmeer bis nach Enkhuizen. Auf der Nordsee herrschte Windstärke 6 mit Wellen von bis zu zwei Metern Höhe. Unser Segelteam war inzwischen gut eingespielt, und die Segel mussten wegen des starken Windes gerefft werden.
Trotzdem legten wir eine rasante Fahrt hin – das Schiff krängte ordentlich. In der Kombüse waren alle Teller, Töpfe und Utensilien rechtzeitig gesichert – es ging nichts zu Bruch.

Abends legten wir in verschiedenen Häfen an. Nach dem Abendessen erzählten wir in gemütlicher Runde unsere „Seemannsgarn“-Geschichten, reflektierten den Tag oder sangen bekannte Lieder – zwei Gitarren und eine Banjo sorgten für die passende Stimmung. Durch die wechselnden Aufgaben und Teams – ob in der Küche, beim Putzen oder an Deck – lernte man sich schnell besser kennen, und es entwickelte sich ein kameradschaftliches Miteinander. Dass die Gespräche abends noch vertieft wurden, versteht sich von selbst.

Für mich persönlich brachte dieser Segeltörn viel Freude und neue Einsichten.
Er förderte eine freundschaftliche Verbundenheit innerhalb unserer Segelgemeinschaft – und eine Wiederholung ist bereits geplant.

– Dieter Greve

309248662